Carcassonne

Mittelalterliche Festungsanlage – UNESCO Weltkulturerbe-Stätte

Der Weg nach Carcassonne führte uns über Land. Durch wunderschöne, enge, kurvige und hügelige Strassen fuhren wir duch die Landschaften. Vorbei an vielen kleinen 20-50 Seelen Dörfchen.

 

Wir fuhren durch Gebiete, in welchen die Füchse in den Hasen gute Nacht sagen. Wir erreichten unser Stellplatz in Fontiès-d’Aude, ca. 10 km vor Carcassonne, um 17 Uhr. Mit Sangria und feiner Pizza vom Grill haben wir unseren ereignisreichen Tag beendet.

Carcassonne ist in eine Ober- und Unterstadt geteilt. Die Oberstadt besteht aus der alten Festung, die im Mittelalter als uneinnehmbar galt und Anfang des letzten Jahrhunderts aufwendig restauriert wurde. Im Sommer muss es in den kleinen, engen Gassen der Altstadt vor Touristen nur so wimmeln. Da wir früh Morgens dort waren, kann ich nicht sagen wie es am Mittag ist.

 

Bei der Befestigung von Carcassonne haben wir auf dem Stellplatz parkiert. (bis 30 Minuten gratis danach kostet 1 Stunde 2 Euro und für 12 Stunden bezahlt man 16 Euro) Zu Fuss zur Festung sind es 3 Minuten. Wenn man in Carcassonne ankommt und vor den Toren dieser mächtigen „Trutzburg“ steht, kann man erst einmal gar nicht anders, als beeindruckt zu sein. Zwei fette Mauerringe umschliessen die Cité, in der sich die eigentliche Burg befindet. Zwischen den beiden Mauerringen ist auch noch ein Graben. Kein Wunder, dass die Festung als Highlight in mittelalterlicher Abwehrtechnik galt! Wer es irgendwie über die erste Mauer schafft, plumpst in den Graben. Dann gilt es noch eine zweite Mauer zu überwinden. Da helfen keine Angriffstürme, Leitern oder Rammböcke. Das ist schon ziemlich raffiniert.

Ist man dann drin, in der Cité, spaziert man auf Pflastersteinen vorbei an vielen kleinen Läden, Restaurants und Cafés, kannst Du die Luft des Mittelalters gleich durch die Nase riechen. Von Kreuzzügen, Rittern und Belagerungen ist die Rede, von Königen, Burgherren und Kriegen. Wenn Du Carcassonne besucht atmest auch den Duft von Crêpes sucrées, biscuits salés und Lavendelseife ein. Die Gerber, Hufschmiede und Bäcker sind aus den kleinen Häuschen ausgezogen und haben Touristenshops und Restaurants Platz gemacht. Belagerungen finden im 21.Jahrhundert in Form von Touristenhorden statt, die auf den unebenen Steinen der schmalen Gassen nach dem billigsten Holzschwert für ihr Enkelkind suchen.

Auf dem höchsten Punkt der Cité erhebt sich dann schließlich die eigentliche Burg – wieder mit Mauern und Graben umgeben. Es ist ein wahrer mittelalterlicher Hochsicherheitstrakt.

Carcassonne ist eben eines der am häufigsten besuchten Reiseziele in Frankreich. Vier Millionen Besucher pro Jahr stürmen die Festung. Dabei würde es die Befestigungsstadt gar nicht mehr geben, denn Napoleon hatte sie 1804 zum Abriss freigegeben. Drei Männern ist es zu verdanken, dass die Stadt unter Denkmalschutz gestellt und renoviert wurde. Einem von ihnen höre ich zu. Es ist der Architekt Viollet-le-Duc, der mich via Audioguide durch die Burg führt. Er gestaltete die Festungsstadt von 1844 bis zu seinem Tod 1879, indem er den Zinnenkranz, die Dächer und einige Gewölbe renovierte. Mehrmals mussten die Bauarbeiten wegen Geldmangels eingestellt werden.