Cadaqués

Von Schmugglern, Freibeutern und Piraten

Dies ist ein ehemaliges Fischerdorf und als “das Juwel der Costa Brava” bekannt. Viele Künstler und Schriftsteller genossen den Besuch dieses malerischen Ortes, einschliesslich Picasso

Cadaqués hat den Ruf, ein sehr Frauen dominierendes Dorf zu sein. Hier haben die Frauen immer schon die Hosen angehabt. Die Frauen seien deswegen so charakterstark, weil sie so oft und so lange auf sich allein angewiesen waren. Wei ihre Männer fuhren auf See zum Fischen und die Weinbauern arbeiteten tagelang in den abgelegenen Weinbergen, ohne nach Hause zu kommen. Dazu kamen viele jahrhundertelang die Bedrohung durch die Überfälle der Piraten.

 

Der Ort Cadaqués liegt nur wenige Kilometer südlich vom Cap de Creus und ist nur über eine schmale Straße durch das karge Hinterland zu erreichen. Durch die sehr kurvenreiche, schmale und gut asphaltierte Strasse erreichten wir den Camping Cadaques (GPS: 42.29201630512786, 3.2830126093231105). Hier hatten wir sehr viel Glück, denn wir haben den letzten Platz (auch wenn nur ein PW Parkplatz) erhalten. Das übernachten in diesem Dorf ist nur auf einem Camping erlaubt, daher raten wir den Campingplatz vorher zu reservieren.

 

Das Ortsbild wird vor allem von der gotischen Kirche Santa Maria geprägt, um die sich zahlreiche schmale Altstadtgassen winden. Mit seinen weißen Häusern und seinem idyllischem Charme, eingebetet in eine Meeresbucht, findet sich hier ein Ort der für ein paar erholsame Tage ein hervorragendes Umfeld bietet.

Obwohl nur unweit von der architektonisch stark entstellten Touristenhochburg Roses entfernt findet man hier eine andere Welt vor. Einer der Gründe für den ausbleibenden Touristenansturm ist wohl der dunkle teils steinige Strandsand der nicht mit dem mehrere km langen Sandstrand in Roses mithalten kann. Wahrscheinlich liegt es auch an der nicht ganz so zugänglichen Lage in den Bergen und den nur wenigen, kleinen und steinigen Stränden, dass der Ort sein Flair so gut bewahren konnte und nicht völlig vom Tourismus überrollt wurde.

 

Hier könnt ihr tagsüber an einem der kleinen Strände abhängen, zwischendurch Espresso trinken ohne den Strand aus den Augen zu verlieren und Abends am Hafen in kleinen Tapabars hervorragend essen. Es gibt auch die Möglichkeit zu Wanderungen oder weiter entlang der Küste zum Cap de Creus. Im Ort werden am Hafen Bootstouren zu den umliegenden Buchten angeboten.

Kurz vor der Abend Dämmerung spazierten wir den kurzen Fussweg von 7 Minuten auf Pflastersteinen hinunter zum Hauptstrand. Die Abendstimmung mit der gelb-rot-orangenen Sonne und den weiss-grauen Wolken gaben ein schönes und schon fast romantisches Fotosujet.

Am frühen Morgen ging es erneut ins Dörfchen. Wir erreichten Cadaques vor allen Touristen. Wir besuchten die Kirche St. Martin mit der wunderschönen Aussicht auf die Bucht. Die Sonne stand noch tief und hüllte die weissen Häuser des Dörfchens in ein zauberhaftes Licht.