Stuttgart

Eine Grossstadt zwischen Wald und Reben

Zieht euch gute Schuhe an! Stuttgart ist gross, es gibt viel zu entdecken und es geht immer wieder rauf und runter. Genau das macht die Stadt auch so besonders – die tollen Plätze mit Blick über die Stadt

Wir sind gut auf dem Campingplatz in Stuttgart angekommen. Zum Glück war die Barriere offen und wir konnten reinfahren und uns einen geeigneten Platz aussuchen. Der Camping liegt im Osten Stuttgarts, in Bad Cannstatt, nur durch einen Fußweg vom Neckar getrennt. In unmittelbarer Nachbarschaft des Campingplatzes liegt der "Cannstatter Wasen", das bekannte Stuttgarter Festgelände.

 

Am Morgen meldeten wir uns an der Reception an und fuhren anschliessend mit der Tram in die Innenstadt. Der Weg zum Tram führte uns auf dem Damm entlang der Neckar. Der Damm war braun in braun uns sehr kahl, denn alle Bäume hatten keine Blätter mehr an den Ästen.

Auf dem Weg ins Shoppingcenter kamen wir an einer Tankstelle vorbei, wo wir kurz nach der Umweltsplakette nachgefragt hatten. Die nette blonde etwas ältere Frau hinter dem Tankstellentresen hat uns dann den Weg zum TÜV erklärt. So gingen wir mit der U-Bahn ca. 5 Stationen weiter und haben dann unsere Umweltsplakette für 6 Euro erhalten.

 

Wir verbrachten den ganzen Morgen im Einkaufszentrum mit vielen verschiedenen Läden. Da kann man soviel shoppen wie das Herz begehrt 🙂

Hauptbahnhof

Am späteren Nachmittag fuhren wir vom Hauptbahnhof, welcher wegen dessen geplanter Erweiterung „Stuttgart 21“ in jeder Munde ist.

Von dort aus ging es weiter über die Königsstrasse in die Innenstadt. Die Königsstrasse ist Stuttgarts Haupteinkaufsstrasse und wir liessen es uns nicht nehmen dem ein oder anderen Geschäft einen Besuch abzustatten. Mitten an der Königsstrasse liegen zwei besonders schöne Sehenswürdigkeiten. Zum einen der Königsbau, ein 1860 im Auftrag von König Willhelm erbautes Passagengebäude im spätklassizistischem Stil, daneben das Kunstmuseum, ein faszinierender gläserner Kubus.

Markthalle

Ein echtes Highlight ist ein Besuch der Markthalle. Das wunderschöne Jugendstilgebäude liegt direkt neben dem Alten Schloss und ist ein Kleinod in der Schwabenmetropole. Wie ein Kurzurlaub von Stand zu Stand, denn hier gibt es wirklich alles. Spanischen Schinken, türkische Oliven, iranischen Kaviar. Die Stuttgarter Markthalle ist ein Paradies voller lukullischer Genüsse. Auf 5'000 qm locken 43 Stände aus der ganzen Welt mit ihren Köstlichkeiten. Am französischen Delikatessenstand können Besucher herzhaften Käse kaufen, gegenüber frisch gebackenes Brot und daneben Demeter Erdbeeren. In der Markthalle findet ihr eine unfassbare Auswahl an Gewürzen, so viele Pfeffersorten habe ich noch nie gesehen. Genießt unbedingt einen frischgepressten Saft und schlendert dabei durch die Markthalle Stuttgart.

Ich weiss gar nicht, ob ich euch das verraten soll, oder euch damit in den Ruin treibe – aber geht unbedingt noch einen Stock höher in der Markthalle. Neben einem wunderschönen italienischen Restaurant findet ihr hier in der Galerie den Laden Merz und Benzing. Ich könnte den Laden leer kaufen. Das Geschwisterpaar verkauft alles, was ihnen auf ihren Reisen über den Weg läuft. Ein wirklich tolles Sammelsurium an einzigartigen Produkten.

Stuttgarter Fernsehturm

Unsere Entdeckungstour ging weiter zum Stuttgarter Fernsehturm. Der wurde bereits 1956 erbaut und sollte einen touristisch nutzbaren Turmkorb erhalten. So wurde er zum Ur-Modell aller späteren Fernsehtürme weltweit. Ihr müsst wissen, der Fernsehturm in Stuttgart ist ein ganz besonderer Fernsehturm. Es ist der weltweit erste und war das Vorbild für viele andere. Sozusagen ein Prototyp, den man auf der ganzen Welt nachbaute und weiterentwickelte.

So hiess es: die Stadt von oben anschauen! Den beeindruckendsten Ausblick hat man zweifelsohne vom Fernsehturm. Mit der U15 ist man in ein paar Haltestellen am Fernsehturm und ich kann den Stuttgartern nur gratulieren, dass sie so schlau waren und den Fernsehturm etwas ausserhalb und nicht wie in Berlin direkt in die Innenstadt gestellt haben, so dass man am Alex ständig von Menschen überrannt wird, deren Blick nicht auf ihre Füsse, sondern ehrfürchtig in den Himmel ragt. Das erste Stück laufe ich durch den Wald und für ein paar Minuten vergesse ich völlig, dass ich mitten in der Stadt bin. Als erstes bin ich im Shop beim Eingang hängen geblieben. Hier wird der Fernsehturm richtig gut inszeniert.

Zurück in der Innenstadt laufen wir die Königsstrasse, eine der längsten Einkaufsstrassen Europas, entlang bis zum Schlossplatz. Er befindet sich vor dem Wahrzeichen Stuttgarts: das barocke Neue Schloss. Dieses stellt mit seinen Gärten ein Innenstadtidyll in Stuttgart dar.

Bohnen und Heusteigviertel

Das Bohnenviertel ist ein Stuttgarter Stadtquartier mit Charme und Geschichte! Schon allein die Geschichte, warum das Bohnenviertel Bohnenviertel heisst, ist total interessant. Im 15. Jahrhundert mussten alle Handwerker, die etwas mit Wasser und Feuer zu tun hatten, aus der Stadt raus. Leider hatten wir keine Zeit mehr dieses Viertel zu begutachten.

Und so gingen wir vorbei am Rothebühlplatz, der Eberhardstrasse (hier verlief bis zum 14 Jahrhundert die Stadtmauer und der Stadtgraben) und dem Tageblattturm, dem ersten in Schichtbetonweise gebautes Hochhaus Deutschlands, machten wir uns auf, ein kleines Cafe aufzusuchen, welches im Internet mehrfach empfohlen wurde: Das „Zimt und Zucker“ in der Weissenburgstrasse 2c/Ecke Schlosserstrasse. Das liebevoll geführte Cafe bietet neben leckeren Kaffee- und Schokoladenvariationen auch selbstgebackenen Kuchen (wie der Inhaber mir erklärte zum Teil vegan, alle mit möglichst wenig Zucker und nur natürlichen Zutaten). Wir wurden sehr nett empfangen und beraten und entschieden uns letztendlich für Eiskaffee und Blaubeershake. Lecker und eine absolute Empfehlung!